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Bauernbund feiert 90er: „Wien ist ohne Stadtlandwirtschaft nicht vorstellbar“

5. Mai 2026
Josef Siffert
Nachrichten

90 Jahre nach der Gründung des Landesbauernrates im Jahr 1936 feierte der Wiener Bauernbund sein Jubiläum mit einer festlichen Landesbauernrats-Sitzung in den Räumlichkeiten der Raiffeisen Bank International am Stadtpark.

Im mit Blumen, Gemüse, Obst, Feldfrüchten und Weinreben geschmückten Festsaal konnte Bauernbundobmann LK-Präsident Norbert Walter neben den Mitgliedern des Landesbauernrates zahlreiche Ehrengäste, an der Spitze Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig begrüßen. Ebenfalls willkommen hieß Walter das gesamte Präsidium des Wiener Bauernbundes, seinen Vorgänger als Obmann und Kammerpräsident Franz Windisch, die Direktorin Elisabeth Lindner-Wolff und ihre Vorgänger Paul Unterhuber und Thomas Danner, den Obmann des Österreichischen Bauernbundes Georg Strasser, den ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti, den Wiener VP-Landesparteiobmann Bezirksvorsteher Markus Figl, den früheren VP-Obmann von Wien, Vizebürgermeister a.D. Bernhard Görg, die Bündevertreter Frauenchefin Sabine Keri und Hannes Taborsky, Landesgeschäftsführer Lorenz Mayer, den burgenländischen Bauernbundobmann LK-Präsident Nikolaus Berlakovich, den AMA-Geschäftsführer Günter Griesmayr und den Obmann des Rübenbauernbundes Ernst Karpfinger, Dompfarrer Kanonikus Anton Faber und Jagdleiter Günter Trimmel aus dem Nachbarbundesland Niederösterreich.

Nach den vereinsrechtlich notwendigen Beschlüssen über die Jahresabschlüsse 2024 und 2025 und die Entlastung des Vorstandes formulierten die Ehrengäste Grußworte an die über 150 Besucherinnen und Besucher.

In seinen Grußworten hob Bundesobmann Georg Strasser die historischen Leistungen des Bauernbundes beim Aufbau des Landes nach dem Krieg hervor. Die Stärke des Bauernbundes, sowohl auf Bundesebene als auch in Wien, lägen in seiner Vielfalt, die Aufgabe der jeweiligen Führung im Bestreben, die unterschiedlichsten Interessen auszugleichen, eine gemeinsame Linie zu formen und diese nach außen hin sichtbar zu machen, so der Bundesobmann.

Für ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti muss eine Partei in ihrer Vielfalt in der Bevölkerung und in den Regionen verankert sein. Das mache die Stärke einer politischen Vertretung aus. Marchetti kündigte an, dass sich die ÖVP im Vorfeld der nächsten Wahlen in insgesamt sechs Arbeitsgruppen mit den Megatrends der heutigen Zeit beschäftigen und dafür Strategien entwickeln wird. Eines dieser Zukunftsthemen sei auch die Landwirtschaft, der den Wiener Bauernbund dafür sein Lob aussprach, dass er in der Großstadt „Dinge hochhalte, die sonst verloren gingen, wie das Erntedankfest oder den Neustifter Kirtag“.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig zählte die großen Herausforderungen auf, mit denen die Stadtlandwirtschaft und damit auch der Wiener Bauernbund konfrontiert sind: Die Flächenkonkurrenz, das oft rücksichtslose Freizeitverhalten der Bevölkerung auf landwirtschaftlichem Grund und Boden und die Hofnachfolge. Andererseits nannte er als Positivpunkte die hochkarätigen Bildungsmöglichkeiten mit Gartenbau-HBLA oder BOKU University und die Marktnähe zu einer Zwei-Millionen-Stadt. Deshalb seien, so der Minister, unternehmerisches Denken und Handeln in den Wiener Betrieben besonders ausgeprägt. Gleichzeitig fungiere eine starke Landwirtschaftskammer als Stütze und Rückgrat für die Stadtlandwirtschaft, so Totschnig. Wiens Bauerbund präge mit seinem Engagement die Kultur in der Stadt, Wien sei ohne die Stadtlandwirtschaft gar nicht vorstellbar, schloss Totschnig.

Wiens ÖVP-Obmann Markus Figl strich in seiner Begrüßungsansprache besonders die Wichtigkeit der Selbstversorgung, der Autarkie, der Regionalität und der kurzen Wege hervor, für die Wiens Stadtlandwirtschaft stehe. Mit dem Dank an den Bauernbund für dessen Leistungen für die Stadt und deren Bevölkerung verband er auch den Hinweis auf die Probleme, mit denen sich die Stadtlandwirtschaft konfrontiert sieht: Bürokratie, Flächendruck und Energiekosten.

In seiner Festansprache analysierte der frühere Wiener Vizebürgermeister und VP-Parteiobmann Bernhard Görg, der, wie er sagte, auch Mitglied des Wiener Bauernbundes ist, die historische und gegenwärtige Situation der Stadt-ÖVP und damit auch jene des Wiener Bauernbundes. Zu Beginn erklärte er seine „emotional und rational positive Beziehung zum Bauernstand“ von seinen positiven Kindheits- und Jugendkontakten geprägt. Unter Görg gelang es der ÖVP, für Wiens Landwirtschaft ein Landwirtschaftsgesetz, wie es in allen anderen Bundesländern schon längst existierte, gegen den anfänglichen Widerstand der Mehrheitspartei SPÖ zu beschließen. Für die relative Schwäche der Wiener ÖVP machte Görg die soziale Struktur einer Großstadt, die darin verankerte mediale Situation und die Mentalität das Partei verantwortlich. Diese hänge nämlich der „Produktionsmentalität“ nach, während heute politisch die „Marketingmentalität“ gefragt sei. Während sich die ÖVP selbst in der Opposition um die konstruktive Lösung von Problemen kümmere, würden andere reine Verkaufspolitik betreiben und damit Wählerstimmen ernten.

In seinem Ausblick auf die „nächsten 90 Jahre Wiener Bauernbund“ machte Obmann Walter klar, dass es auch in den nächsten 90 Jahren „ohne Nahrung, ohne Essen, ohne Trinken und ohne die Menschen, die dafür Sorge tragen werden, nicht gehen werde“. Die Basisaufgabe der Landwirtschaft, die Menschen zu ernähren, werde gleich bleiben. Es werden auch weiterhin jene Rahmenbedingungen, die schon vor 90 Jahren gegolten haben, bestehen bleiben, so Walter. Dazu gehörten Eigentum an Grund und Boden und Eigenverantwortung; gerade in einer Großstadt, Gesetze, Vorschriften und Regeln, die genügend Freiheit und Selbstbestimmung möglich machen und eine starke Interessenvertretung, die das der jeweiligen Obrigkeit gegenüber vertritt.

Walter wörtlich: „Die Nachfahren der heutigen Bäuerinnen und Bauern, Gärtnerinnen und Gärtner und Winzerinnen und Winzer werden es in 90 Jahren sein, die die Wienerinnen und Wiener von übermorgen mit Speis und Trank versorgen; das steht jetzt schon fest. Und darauf dürfen wir stolz sein.“ Als Maßnahmen gegen die Klimaverschlechterung verlangte er nachhaltige Energieformen als Basis für Treibstoff, Wärme oder Strom, einen lebendige, Boden, der nicht unter Beton oder Asphalt verschwinden darf und eine optimierte Züchtung, die hilft, schädliche Klimaeinflüsse abzuhalten, Bearbeitungsschritte einzusparen und den Pflanzenschutz zu minimieren.

Walter abschließend: „Wir leben einen jährlichen Kreislauf von Anbauen und Ernten. Das wird auch in 90 Jahren unsere Verantwortung sein. Der Wiener Bauernbund wird für die dazu nötigen Rahmenbedingungen kämpfen und die optimale Entwicklung jedes einzelnen Mitglieds möglich machen. Je stärker wir sind, desto mehr erreichen wir; heute und in 90 Jahren.“

Mit einem von Iris-Maria Wolff gestalteten Videobeitrag, in dem sie drei langjährige Bauernbundmitglieder, nämlich Karl Meixger, Johann Schwarzinger und Kommerzialrätin Irma Wolff interviewte, wurde zu den Ehrungen verdienter Mitglieder des Wiener Bauernbundes übergeleitet.

Ausgezeichnet worden sind die langjährigen Mitglieder Johann Schwarzinger, Komm.Rat Irma Wolff, Hermine Schmucker und Karoline Gasparik.

Ein weiterer Höhepunkt der Festfeier war die Segnung eines eigens gestalteten „90-Jahr-Jubiläumsbanners“ für die Fahne des Wiener Bauernbundes. Die Segnung nahm Dompfarrer Kanonikus Anton Faber vor, der nicht nur für den Fahnenschmuck, sondern für die Bäuerinnen und Bauern, Winzerinnen und Winzer und Gärtnerinnen und Gärtner und deren Arbeit den Segen Gottes erflehte.

Obmann Norbert Walter dankte abschließend den Kooperationspartnern Raiffeisenbank International und Österreichische Hagelversicherung, Direktorin Elisabeth Lindner-Wolff für Moderation und Vorbereitung gemeinsam mit dem Organisationsteam und Zorica Nikolic, Landesbäuerin Anneliese Schippani und Obfrau Ulrike Jezik-Osterbauer für den gesamten Saalschmuck, dem Fahnenträger Rudolf Wieselthaler für dessen Einsatz und der Blasmusik Mannswörth, die den von Helmut Zsaitsits im Jahr 2006 komponierten Bauernbundmarsch zur Aufführung brachten. Der Marsch wurde aus Anlass des 70jährigen Jubiläums des Wiener Bauernbundes im Auftrag des damaligen Obmanns Franz Windisch geschaffen.

Fotos: Harald Klemm

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